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Stand: 26.09.2017

Pressemitteilung

Ausstellung

Mit Fotografie sprachliche Barrieren überwinden

BotanischerGarten

Wie sieht die Welt durch die Augen unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aus? Dieser Frage hat sich Fotografin Anja Schaal mit ihrem Fotoprojekt "Selbstvergewisserung" angenommen. Das Flüchtlingsthema, das seit einigen Monaten ganz Deutschland beschäftigt, hat sie dazu bewegt, das spannende Projekt in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Gießen e.V. und dem Verein für interkulturelle Bildung und Begegnung e.V. zu starten. Diplom Pädagogin Heike Faber vom Praktikumsbüro des Bereichs Erziehungswissenschaften an Justus-Liebig-Universität Gießen hat die Idee der Fotografin von Beginn an unterstützt und die entscheiden-den Kontakte hergestellt.
Mit ihrem Projekt ermöglicht Frau Schaal den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung, ein stückweit in das Leben junger Flüchtlinge in Gießen einzutauchen. Sechs unbegleitete min-derjährige Flüchtlinge aus zwei Wohngruppen der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Stephanus in Allendorf erhielten eine kurze technische Einführung im Umgang mit den Kameras und fotografierten anschließend unter dem Motto "Was ist mir wichtig?" ihre Umgebung. Dabei sind interessante Bilder in den Zimmern der Jugendlichen, in Allendorf und Gießen entstanden: "Am ersten Tag haben die Kinder und Jugendlichen Aufnahmen in ihren Zimmern gemacht, am zweiten in ihrem Dorf und am dritten in Gießen. Die Selbstwahrnehmung zog also immer weite-re visuelle Kreise", so Schaal.
Am Ende der Woche bekamen die jungen Flüchtlinge die Aufgabe, ein Selbstportrait zu malen. Aus den Ergebnissen erstellten die Jugendlichen letztendlich ein persönliches Fotobuch. Mit dem Projekt möchte die Fotografin eine andere Perspektive auf die Flüchtlingsproblematik aufzeigen und den Unbekannten ein Gesicht geben. Sie möchte die Menschen dazu bewegen die Potentiale und Kompetenzen der Geflüchteten zu erkennen: "Mit Fotografie kann man sprachli-che Barrieren überwinden und im besten Fall Vorurteile widerlegen. Wer einen Einwanderer und einen Teil seiner Geschichte kennt, der weiß, dass er unmöglich alle gleich betrachten kann", erzählt Frau Schaal.
Die Ergebnisse des Fotoprojekts werden am 08. Dezember für alle Interessierten im Zentrum für interkulturelle Bildung und Begegnung in der Hannah-Arendt-Straße 8 aus-gestellt. Um 17:00 Uhr wird die Veranstaltung mit der Begrüßung durch Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich und Caritasdirektor Joachim Tschakert eröffnet. Musikalisch begleitet wird der Abend von Georg Wolf am Kontrabass und Saxophonist Nils Hartwig. (lbo)