Der Caritasverband für die Diözese Mainz nimmt den Weltfrauentag am 08. März zum
Anlass, um auf eine strukturelle Ungleichheit aufmerksam zu machen: Frauen leisten noch immer
den Großteil der Sorgearbeit - sie erziehen Kinder, pflegen Angehörige und halten Generationen
zusammen. Und noch immer zahlen sie überwiegend den Preis: Teilzeitbeschäftigung, geringere
Löhne, unterbrochene Erwerbsbiografien und ein erhöhtes Risiko von Altersarmut.
Das ist kein Frauen-Schicksal, sondern Folge struktureller Ungleichheit, die auch zu Armut führen
kann. Nur in etwa jedem dritten Paarhaushalt lagen Frau und Mann beim Einkommen in etwa
gleichauf, wie aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen. Und das auch nur in der
Zeit in der (noch) keine Kinder zu versorgen sind. Nur in knapp 27 Prozent der Paarhaushalte mit
Kindern hatten Frau und Mann ein ähnlich hohes Einkommen.
"Mit unserer Jahreskampagne Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen machen wir
deutlich: Gerechtigkeit zwischen den Generationen gibt es nur mit Geschlechter-Gerechtigkeit",
so Diözesancaritasdirektorin Regina Freisberg. "Wir brauchen einen starken Sozialstaat, der
Care-Arbeit absichert und Sozialversicherungen reformiert."
Ihre Vorstandskollegin Nicola Adick ergänzt: "In unseren Diensten und Einrichtungen erleben wir
täglich, was fehlende Gerechtigkeit bedeutet - und wie viel Kraft andersherum entsteht, wenn
Menschen füreinander einstehen. Unsere Arbeit verbindet Frauen und Generationen, schafft
Begegnungsräume und stärkt Solidarität."