"Ein Friedhof ist ein Ort, an dem Menschen mit ihrer Trauer in Kontakt sind, deshalb bieten wir vor Ort ein offenes Ohr für Trauernde. Wir sind da, wo Menschen trauern", sagt Michaela Augustin-Bill, Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes. Jede und jeder kann unverbindlich, ohne Anmeldung und ohne weitere Termine und auch ohne Namensnennung auf einen Plausch vorbeikommen.
In den vergangenen Jahren wurde das Angebot gut angenommen. Es kamen Menschen, die auf dem Friedhof ein Grab besuchten und so zufällig vorbeikamen, aber auch solche, die gezielt auf die Frauen auf der roten Bank zukamen. Bei manchen lag der Todesfall erst kurz zurück, bei anderen schon lange. Mit jemandem zu reden oder auch zu schweigen, kann entlasten und guttun, sagt Michaela Augustin-Bill. Die Ehrenamtlichen sind geschult für den Umgang mit Sterbenden und ihren Angehörigen und sind mit dem Thema Tod und Trauer vertraut. Sie hören zu und suchen mit den Betroffenen nach deren persönlichen Ressourcen, die ihnen helfen, mit der Situation umzugehen. Sie wissen, dass jeder Mensch anders trauert und machen Mut, den je eigenen Weg zu gehen.
Die Trauerbank ist in Gießen an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat von Mai bis September von 10.30 bis 12.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof besetzt. Sie wird an wechselnden Standorten entlang der Hauptwege stehen, Hinweisschilder am Eingang weisen auf die jeweilige Position hin. Zu erkennen ist sie an der roten Decke. Sollte auf der Bank gerade ein Gespräch laufen, können Interessierte nachfragen, ob sie sich dazusetzen dürfen oder etwas später wiederkommen können.
Auf dem Friedhof in Lollar gibt es die Trauerbank von Mai bis September an jedem ersten Samstag im Monat von 10.30 bis 12.00 Uhr.
Für Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospizdienstes, Telefon 0641/686925-156, E-Mail amb.hospizdienst@caritas-giessen.de, zur Verfügung.