Olivia Nuse und Darin Knothe waren als Vertretung des Heimrats, der eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte in St. Stephanus gefordert hatte, bei der Eröffnung dabei. Quelle: Caritasverband Gießen
Die Idee, das Thema Kinderrechte intensiver in den Fokus zu rücken und sichtbarer zu machen, kam im Caritasverband von Kindern und Jugendlichen. Der Heimrat des St. Stephanus Kinder- und Jugendhilfeverbunds hatte sich im vergangenen Jahr damit auseinandergesetzt und noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig dieses Thema für Groß und Klein ist. Dorothea Wolff, Erziehungsleitung in der Einrichtung und Beauftragte für Partizipation und Beschwerde, entdeckte die Ausstellung des Familienministeriums und holte sie gemeinsam mit Melanie Schürholz, Bereichsleitung, nach Gießen und wurde dabei unterstützt von den Bereichen Kitas und Familienzentren sowie Beratung und Soziale Dienste. Jetzt können Kinder, Jugendliche und Erwachsene zum Beispiel die Rechte auf Freizeit, Spielen, Gleichheit, Bildung, Beteiligung, Privatsphäre und Schutz vor Gewalt in der Frankfurter Straße sehen, hören und erleben.
Drei Bereiche des Caritasverbandes holten die Ausstellung nach Gießen und eröffneten sie gemeinsam: (v.l.) Caritasdirektor Dorweiler, Astrid Wichert (Bereichsleiterin Kitas), Dorothea Wolff (Erziehungsleitung St. Stephanus) und Taraneh Ghasemi (Bereichsleiterin Beratung und Soziale Dienste). Quelle: Caritasverband Gießen
Kinderrechte seien wichtig, aber es sei auch notwendig, ihnen Bedeutung und Raum zu geben, sagte Caritasdirektor Ulrich Dorweiler bei der Ausstellungseröffnung. Er freute sich, dass die Wanderausstellung, die durch ganz Deutschland ziehen wird, bei der Caritas in Gießen zu Gast ist. Kinder aus St. Stephanus waren es auch, die einen musikalischen Beitrag zu der Eröffnung lieferten. Einige Kinder der Tagesgruppe sangen ein Lied, das sie selbst geschrieben hatten.
Spielerisch und interaktiv
Festgeschrieben sind die Kinderrechte in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989. Aber viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene kennen sie nicht. Das will die Ausstellung ändern. In neun Modulen werden Kinderrechte spielerisch und interaktiv dargestellt. Es gibt eine Lese- und eine Malecke, eine Ecke zum Pause machen, einen Touchscreen mit Videos und IPads mit Spielen. An vielen Modulen können über "Tonie-Boxen" kindgerechte Informationen zum Thema gehört werden.
Ein Rahmen mit Spiegeln und Freiflächen zum Durchschauen soll zeigen, wie unterschiedlich Menschen sind und dass doch alle die gleichen Rechte haben. Beim Thema Bildung laden Holztafeln, die mit Eigenschaften beschriftet sind, dazu ein, zu überlegen, welche Talente für welchen Beruf hilfreich sein könnten. Beim Modul zur Privatsphäre können die jungen Besucherinnen und Besucher Briefe schreiben, zukleben und selbst entscheiden, wer diese lesen darf. Wie viel Freizeit das einzelne Kind hat, kann es selbst schätzen und vergleichen mit dem Wert, den die Eltern vermuten.
Die Kinder und Jugendlichen aus St. Stephanus, aber auch Gruppen aus den sechs Kitas des Verbandes und aus anderen Arbeitsbereichen sowie die Mitarbeitenden werden dafür sorgen, dass die Ausstellung immer wieder neue Gäste hat. Das Angebot richtet sich aber auch an Einrichtungen und interessierte Menschen außerhalb des Verbandes - insbesondere an Kitas und Schulen.
Kindgerecht gestaltet sind die Module der Kinderrechteausstellung. Quelle: Caritasverband Gießen
Öffnungszeiten und Anmeldung für Gruppen
Die Ausstellung ist noch bis zum 13. April montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen) in der Geschäftsstelle des Caritasverbandes Gießen e.V., Frankfurter Straße 44, zweiter Eingang, geöffnet (ohne Anmeldung). Für Einrichtungen, Schulklassen und Kitas bietet der Verband Besuche auch außerhalb der Öffnungszeiten nach Vereinbarung an. Anmeldungen dazu nimmt der St. Stephanus Kinder- und Jugendhilfeverbund, Telefon 0641/92216-00, E-Mail verwaltung.st.stephanus@caritas-giessen.de entgegen. Der Eintritt ist frei.