Wenn der Tante-Emma-Laden seine Tür öffnet, ist der Andrang jede Woche groß.Quelle: Caritasverband Gießen
Jede Woche dienstags, kurz vor 14 Uhr in St. Bardo: Im Flur des Seniorenheims reiht sich Rollator an Rollator. Bewohnerinnen und Bewohner stehen geduldig Schlange, unterhalten sich angeregt und warten darauf, dass der Tante-Emma-Laden seine Türe öffnet. Zwei Stunden lang können sie dann einkaufen: zum Beispiel Schokolade und Salzstangen, Pralinen und Postkarten, Rätselhefte und Duschbad. Eben "Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf", sagt Silke Asbach. Die Leiterin des Sozialen Dienstes von St. Bardo hat den Kiosk auf Anregung des Heimbeirats von St. Bardo ins Leben gerufen.
"Wir wollten den Menschen in St. Bardo die Möglichkeit bieten, sich ein Stück weit selbst zu versorgen. Einkaufen wie früher, mal was da haben, wenn Besuch kommt, Schokolade für die Enkel oder eine Gebäckmischung für den Kaffeeklatsch mit der Freundin", sagt Asbach. Die Idee kommt an. Besonders beliebt: einzelne Taschentuch-Päckchen, Piccolos mit und ohne Alkohol, Schokolade. Am Ende der Öffnungszeiten sei immer so gut wie alles ausverkauft.
Im liebevoll ausgestatteten Tante-Emma-Laden bilden Bewohnerinnen oder Bewohner sowie Ehrenamtliche ein Verkaufsteam.Quelle: Caritasverband Gießen
Für die Seniorinnen und Senioren in St. Bardo ist der Laden aber mehr als eine Möglichkeit zur Selbstversorgung. Er ist ihr Laden. Denn einige von ihnen stehen selbst als Teil des Ladenteams im Verkaufsraum, immer gemeinsam mit einem Ehrenamtlichen oder einer Ehrenamtlichen. "Wir wollten für die, die Lust darauf haben, eine Beschäftigungsmöglichkeit schaffen", erklärt Asbach. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die sich im Laden engagieren, kommen zum Teil aus verkaufenden Berufen, freuen sich über den Kundenkontakt und setzen ihr Wissen ein, um den Warenbestand im Blick zu behalten: "Sie spüren, sie werden gebraucht."
Die Kundinnen und Kunden nutzen die Öffnungszeiten nicht nur zum Einkaufen. Vor dem Laden auf ihren Rollatoren sitzend, verzehren sie die Einkäufe oft schon vor Ort und kommen ins Gespräch. Um dieses Miteinander zu fördern, wurde das Angebot vor kurzem um das Café Emma erweitert. Eine gemütliche Sitzecke vor dem Laden lädt zum Bleiben ein, eine Ehrenamtliche serviert dort Kaffee und Tee.