Projektinitiator Jannis Schuchmann zeigt das Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielfeld im Garten von St. Anna: Die Jugendlichen gaben der Fläche einen leicht verwaschenen Graffiti-Look inklusive Caritas-Logo.Quelle: Caritasverband Gießen e.V.
Bei diesem generationenübergreifenden Projekt arbeiteten Jugendliche aus einer Wohngruppe des St. Stephanus Jugendhilfeverbandes und ältere Bewohnerinnen und Bewohner von St. Anna zusammen. Sie reinigten das in die Jahre gekommen Spielfeld und strichen es neu. Aus Pylonen gestalteten sie neue, leichte Spielfiguren, die auch Menschen mit wenig Kraft gut hochheben können.
"Die Verwandten der Senioren in St. Anna wohnen teils weiter weg, wodurch regelmäßige Besuche erschwert werden. Auch die Jugendlichen in den Wohngruppen haben teilweise wenig Kontakt zu ihren Familien und zu älteren Menschen. Mit dem Projekt wollten wir die beiden Generationen zusammenbringen," berichtet Jannis Schuchmann. Der duale Student der Sozialpädagogik arbeitete im Rahmen seines Studiums beim Sozialen Dienst von St. Anna und hat das Mensch-ärgere-dich-nicht-Projekt initiiert.
Leichte Kunststoff-Pylone wurden kreativ gestaltet und dienen als Spielfiguren.Quelle: Caritasverband Gießen e.V.
Die jungen und alten Menschen trafen sich an drei Terminen, lernten sich kennen, spielten gemeinsam Mensch-ärgere-dich-nicht und machten sich dann an die Renovierung. Dabei brachten beide Generationen ihre Ideen und Talente ein: "Die Jugendlichen hatten große Lust, die Spielfläche mit dem Hochdruckreiniger sauberzumachen und das Spielfeld in Graffiti-Optik zu besprühen", so Schuchmann. Bei der kreativen Gestaltung der Spielfiguren wirkten dann auch die Senioren mit.
Mit dem Projekt wurde nicht nur ein Ort geschaffen, an dem Jung und Alt zusammenkommen können. Es habe sich auch gezeigt, wie wichtig der intergenerative Austausch ist, sagt Schuchmann. Die Senioren erzählten aus ihrer Jugend, fragten nach, was Jugendliche heute erleben, und gaben Ratschläge. Auch die jungen Leute seien begeistert gewesen: "Beide Seiten hatten Berührungsängste, die danach weg waren. Am Ende war es fast wie ein Austausch zwischen Großeltern und Enkeln."