Jörg Rosenkötter und Katharina Reck freuen sich über den neuen Kleinbus für die Inobhutnahmegruppe des St. Stephanus Kinder- und Jugendhilfeverbunds.Quelle: Caritasverband Gießen e.V.
Über ein neues Fahrzeug freut sich die neue Inobhutnahmegruppe des St. Stephanus Kinder- und Jugendhilfeverbunds. Der Kleinbus, mit dem die Kinder künftig Ausflüge machen können oder zur Schule gefahren werden, wurde von der Glücksspirale mit 32.759 Euro gefördert.
Die neue Gruppe der Einrichtung des Caritasverbandes Gießen ist ein Angebot für bis zu sechs Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren, die wegen akuter Krisen aus den Familiensystemen herausgenommen werden müssen, erklärt Jörg Rosenkötter, Erziehungsleiter in St. Stephanus. Die Kinder haben zum Beispiel physische oder emotionale Gewalt oder Vernachlässigung erlebt oder in seltenen Fällen auch sexuellen Missbrauch. Häufig werden sie begleitet von Trauer, Verlustängsten oder diversen Traumata. Sie werden für kurze Zeit dort aufgenommen, erhalten Versorgung und Sicherheit und können zur Ruhe kommen.
Die Kinder kommen vorrangig aus der Stadt und dem Landkreis Gießen sowie der Wetterau. Aufnahmen sind grundsätzlich aus dem gesamten Bundesgebiet möglich. Die Anfragen erfolgen über das Jugendamt, nachdem dieses gründlich die Gefährdungslage und die Möglichkeiten familiärer Unterbringungen geprüft hat. Die Verweildauer sollte acht Wochen nicht überschreiten. Manchmal bleiben die Jungen und Mädchen aber auch länger, um eine gute Perspektive entwickeln zu können.
"Wegen der in der Regel kurzen Verweildauer bekommen die Kinder ein differenziertes Angebot. Sie sollen nicht in der Gruppe verwurzeln, sondern ihre sozialen Bezüge und Kontakte wie auch Schulangebote möglichst beibehalten", erläutert Rosenkötter. Der Schwerpunkt der Begleitung der jungen Menschen liegt in der emotionalen Stabilisierung und physischen Versorgung sowie der altersgerechten Unterstützung des Kindes. "Uns ist dabei wichtig, den Prozess transparent zu gestalten und die Kinder soweit wie möglich einzubeziehen", erzählt die Leiterin der Gruppe, Katharina Reck. Der Gruppenalltag ist so strukturiert, dass es vielfältige Möglichkeiten der Mitbestimmung und Beteiligung gibt.
Insbesondere wenn es darum geht, die Rückführung des Kindes in die Familie oder in eine andere Wohngruppe vorzubereiten, werden die Kinder bezüglich der Wahrnehmung ihrer Rechte altersgerecht aufgeklärt, beraten und unterstützt.
Die Erfahrungen der Kinder sind äußerst unterschiedlich, darum wird versucht, ihnen möglichst individuell zu begegnen - soweit dies innerhalb einer solchen Gruppe und bei der großen Altersspanne der Gruppenmitglieder möglich ist. "Trotz der kurzen Aufenthaltsdauer machen viele Kinder in ihrer Entwicklung teils erhebliche Fortschritte, da sie sich bei uns gehalten und unterstützt fühlen", freut sich Rosenkötter.
Er ist dankbar für die Förderung des Fahrzeugs durch die Glückspirale. Mit dem neuen Bus werden nun die Fahrten zu den Kindertagesstätten und Schulen sowie zu Besuchskontakten erledigt. Im Alltag ist es damit möglich, Kinder an den Einkaufsfahrten zu beteiligen, Termine schneller wahrzunehmen und natürlich auch gemeinsame Unternehmungen und Ausflüge durchzuführen.