Zum Jubiläumsfest des Ambulanten Hospizdienstes der Caritas Gießen kamen viele langjährige Wegbegleiter, darunter die erste Koordinatorin Birgit Kurz (2. v.r.).Quelle: Caritasverband Gießen e.V.
Die Themen Krankheit und Tod sind wesentlicher Bestandteil des Ambulanten Hospizdienstes. Was nicht automatisch heißt, dass es dort immer ernst und still zugehen muss. Ganz im Gegenteil: Bei den Feierlichkeiten anlässlich des 30. Jubiläums gab es viel zu lachen. Das lag vor allem an einem besonderen Gast: Miss Cherrywine.
Mit Witz und Charme beleuchtete die Kölner Sängerin auf der Kleinen Bühne in Gießen verschiedene Facetten des Themas Tod. So gibt es beispielsweise im Duden 85 Umschreibungen für den Begriff "sterben". Und in manchen Regionen Deutschlands ist von "Holzpyjama" statt von "Sarg" die Rede. Sie zeigte aber auch, dass je nach Kultur und persönlicher Sichtweise anders mit Sterben und Tod umgegangen wird.
Das bestätigt auch Birgit Kurz. Sie hat den Ambulanten Hospizdienst ab 1996 für den Caritasverband Gießen aufgebaut. Viele Menschen hat sie auf ihrem letzten Weg begleitet. Sie sagt "In den meisten Fällen gingen sie, wie sie lebten. Ihr Tod hat zu ihrem Leben gepasst." Doch vor 30 Jahren starben viele Menschen noch alleine im Krankenhaus. Ein Umstand, den Kurz ändern wollte - mit Erfolg. Sie ist dem Caritasverband Gießen sehr dankbar, dass sie diese Chance bekam.
Michaela Augustin-Bill und Minke Bach, Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes begrüßen die Gäste der Jubiläumsfeier.Quelle: Caritasverband Gießen e.V.
Heute koordinieren Michaela Augustin-Bill und Minke Bach den Ambulanten Hospizdienst. Rund 60 Ehrenamtlichen sind für sie im Einsatz, um sterbenden Menschen eine gute letzte Zeit zu bieten. Daneben gibt es mittlerweile ein breites Netzwerk, beispielsweise zu den Hospizkollegen und -kolleginnen aus Laubach, Gießen und Wetzlar, die ebenfalls eingeladen waren.
Caritasdirektorin Eva Hofmann weiß den Einsatz der Ehrenamtlichen sehr zu schätzen. Weit über 2000 Stunden haben diese allein im vergangenen Jahr in die Begleitung sterbender Menschen investiert: "Es beeindruckt mich immer wieder, wenn diese Menschen erzählen, wie viel Zeit sie bei Sterbenden verbringen und dann noch dankbar hinzufügen: ‚Wir bekommen so viel zurück!‘"
Zum Ausklang des Abends gab es noch leckeres Essen und anregende Gespräche. Minke Bach ist mit dem Abend sehr zufrieden: "30 Jahre Hospizarbeit zu feiern, war für uns vor allem eines: ein wunderschöner Abend voller Begegnungen, Dankbarkeit und Verbundenheit." Michaela Augustin-Bill ergänzt: "Wir haben uns sehr gefreut, diesen besonderen Moment mit so vielen Menschen gemeinsam erleben zu dürfen."